EWS entwickelt ihre Strategie zusammen mit den Mitarbeitenden mit der Methode von LEGO® SERIOUS PLAY®
03.02.2026
Der Schulungsraum von EWS verwandelte sich in den letzten Wochen in eine kreative Werkstatt. Auf den Tischen: bunte Legosteine. In den Köpfen: komplexe Fragen zur Zukunft des Unternehmens. Was auf den ersten Blick spielerisch wirkt, ist eine bewährte Methode der strategischen Unternehmensplanung: LEGO® SERIOUS PLAY®.
EWS entwickelt derzeit die Strategie für die Jahre 2026 bis 2035. Dabei setzen wir bewusst auf einen zweispurigen Ansatz: Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat geben den strategischen Korridor (Leitplanken) vor, während gleichzeitig das Team Rot – Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen – ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Diese Kombination stellt sicher, dass die entstehende Strategie sowohl klare Orientierung bietet als auch in der betrieblichen Realität verankert ist.
Das Hand-Hirn-Prinzip
Lego Serious Play funktioniert nach einem einfachen, aber wirkungsvollen Fundament: Hand-Hirn-Prinzip. Statt in klassischen Meetings zu sitzen und zuzuhören, bauen die Teilnehmenden ihre Ideen buchstäblich zusammen. Tobias Zehnder, einer der Workshop-Teilnehmer, beschreibt seine Erfahrung prägnant:
«Die Legosteine haben mir beim Denken geholfen. Besonders gut war: Alle konnten ihre Gedanken teilen. Jede Meinung wurde gehört.»
Diese Beobachtung trifft auf den Kern der Methode. Im klassischen Meeting dominieren oft einzelne Stimmen, während andere zuhören. Lego Serious Play durchbricht dieses Muster. Wenn alle bauen, können alle auch ihre Perspektive einbringen. Hierarchien treten in den Hintergrund. Die physischen Modelle werden zu «Ankern», die komplexe Gedanken greifbar machen und Gespräche in konkrete Formen übersetzen.
Die Workshops waren bereichsübergreifend besetzt. Gruppen von fünf bis sieben Personen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen arbeiteten zusammen. Diese Zusammensetzung war kein Zufall. Gerade durch die Vielfalt entstehen innovative Lösungen, die von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurden.
Die Methode: Komplexität spielerisch reduzieren
Was ist LEGO® SERIOUS PLAY® eigentlich?
Lego Serious Play ist eine agile Methode, die komplexe Themen simplifiziert und visualisiert. Die Grundidee stammt aus der Zusammenarbeit zwischen dem Spielzeughersteller Lego und den Managementdenkern Johan Roos und Bart Victorder IMD Business School Lausanne. Sie erkannten, dass das Bauen mit Legosteinen einen direkten Zugang zu Kreativität und Problemlösungskompetenzen öffnet.
Die Methode funktioniert nach klaren Schritten:
• Bauen: Jeder Teilnehmer baut ein Modell zu einer gegebenen Frage oder einem Thema
• Erzählen: Jeder präsentiert sein Modell und erklärt, was es bedeutet
• Reflektieren: Die Gruppe diskutiert Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Erkenntnisse
• Weiterentwickeln: Aus den Einzelmodellen entsteht ein Gruppenmodell, das ein gemeinsames Verständnis schafft.
EWS hat diese Methode gezielt eingesetzt, um die Strategieentwicklung 2026 – 2035 partizipativ zu gestalten. Die Mitarbeitenden brachten ihre Alltagserfahrungen, die Kundenperspektive und ihr Verständnis für betriebliche Abläufe ein. Das Ergebnis: Eine Strategie, die nicht nur von oben herab verordnet wird, sondern von denen getragen wird, die sie umsetzen müssen.
Deshalb funktioniert diese Methode bei EWS so gut
Partizipation statt Hierarchie
Das Team Rot steht für Werte wie Mut, Freude und Begeisterung. Diese Werte spiegeln sich auch in der Wahl der Strategieentwicklungsmethode wider. Lego Serious Play ist demokratisch. Sie ermöglicht es, dass Stimmen aus allen Ebenen des Unternehmens gehört werden.
Das ist besonders wertvoll für uns als Unternehmen, da wir regional verankert sind und uns als die «beste Ansprechpartnerin für Energie, Mobilität, Kommunikationsdienstleistungen und Gebäudetechnik» positionieren. Diese Vielfalt an Leistungen erfordert auch eine Vielfalt an Perspektiven bei der Strategieentwicklung.
Kreativität und Innovation
Die Legosteine stehen für Kreativität, für das Zusammensetzen von Teilen zu etwas Neuem, für Flexibilität und Veränderung. In einer Zeit, in der sich Märkte schnell verändern und Unternehmen agil sein müssen, ist diese symbolische Dimension wichtig. Die Workshops waren auch Signale von der Unternehmensführung: «Wir wollen eure Kreativität. Wir wollen eure Ideen. Wir wollen gemeinsam die Zukunft gestalten.»
Nachhaltigkeit der Erkenntnisse
Ein oft übersehener Vorteil von Lego Serious Play ist die Nachhaltigkeit der Ergebnisse. Die gebauten Modelle wirken als «Anker». Sie helfen, Erkenntnisse langfristig festzuhalten. Während klassische Workshops oft in dicken Dokumenten enden, die in Schubladen verschwinden, bleiben die Legosteine-Modelle sichtbar, greifbar und in Erinnerung. Sie können auf Fotos immer wieder betrachtet, diskutiert und als Referenzpunkte genutzt werden.
LEGO® SERIOUS PLAY® – Die Methode im Überblick
Lego Serious Play ist eine agile Methode zur Problemlösung und Strategieentwicklung. Sie kombiniert:
• Kreatives Bauen mit Legosteinen
• Strukturierte Reflexion und Diskussion
• Visuelle Modellierung komplexer Themen
• Partizipative Entscheidungsfindung
Die Methode wurde von Johan Roos und Bart Victor und Lego entwickelt und wird weltweit in Unternehmen, Organisationen und Schulen eingesetzt.
Das haben wir gelernt
Aus den Workshops sind mehrere zentrale Erkenntnisse hervorgegangen:
1. Alle können mitgestalten
Die Workshops zeigten, dass es nicht spezieller Fähigkeiten bedarf, um an strategischen Prozessen teilzunehmen. Jeder kann bauen, jeder kann seine Gedanken ausdrücken. Das ist eine wichtige Botschaft für Organisationen, die ihre Mitarbeitenden stärker einbinden möchten.
2. Gemeinsame Ziele entstehen schneller
Marcello Mazzas Aussage – dass in 3,5 Stunden ein gemeinsames Zielbild entwickelt wurde – zeigt die Effizienz der Methode. Wenn Menschen nicht nur reden, sondern auch mit Lego bauen, entsteht schneller ein gemeinsames Verständnis.
3. Neue Mitarbeitende finden schneller Zugehörigkeit
Mónika Fehérs Erfahrung zeigt, dass Lego Serious Play auch eine Integrationsfunktion hat. Neue Mitarbeitende können sich schneller einbringen und fühlen sich als Teil des Teams.
4. Hierarchien werden durchlässiger
Wenn der CEO und der Lernende nebeneinander Legosteine stapeln, verändert sich die Interaktionsform. Nicht die Position entscheidet, wer gehört wird, sondern die Qualität der Idee. Das schafft ein anderes Vertrauen und eine andere Offenheit.
Die Methode zeigt, dass Strategieentwicklung spielerisch sein kann, ohne an Ernsthaftigkeit zu verlieren. Sie kann kreativ sein, ohne die Geschäftsziele aus den Augen zu verlieren. Und sie kann partizipativ sein, ohne die Verantwortung der Geschäftsführung zu verwischen.
Wenn Legosteine zu Strategietools werden, wird Strategieentwicklung zu einer Erfahrung, die alle mittragen und deshalb auch alle umsetzen.
Von oben nach unten: Der Verwaltungsrat und die Geschäftsführung geben strategische Leitplanken und Zielkorridore vor.
Von unten nach oben: Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen bringen ihre Erfahrungen, Kundenperspektiven und Praxiswissen ein.
Das Ergebnis ist eine Strategie, die sowohl klare Orientierung bietet als auch in der betrieblichen Realität verankert ist.