Unterdach Anschlüsse

Unterdach Anschlüsse

Das Unter­dach spielt eine zen­trale Rolle im Dach­auf­bau. Es schützt die dar­un­ter lie­gen­den Schich­ten vor Feuch­tig­keit und Witterungseinflüssen.

Die kor­rekte Pla­nung, Mate­ri­al­wahl und Aus­füh­rung der Unter­dach­an­schlüsse sind ent­schei­dend, um Schä­den zu ver­mei­den und die Lebens­dauer des Daches zu gewähr­leis­ten. Unter­dä­cher sind unver­zicht­bar und über­neh­men zen­trale Aufgaben.

Ablei­tung von Wasser: Schutz vor Regen und Schnee, der durch die Deckung dringt.
Schutz der Däm­mung: Ver­hin­dert Feuch­tig­keits­ein­tritt in die Wär­me­däm­mung.
Zwi­schen­schicht­funk­tion: Dient als Bau­zeit­ab­dich­tung, bevor die Deckung instal­liert ist.

Arten von Unterdächern

Je nach Beanspruchung und Anforderung werden folgende Unterdächer unterschieden:

Unterdächer für normale Beanspruchung

  • Geeig­net für Dächer mit aus­rei­chen­dem Schutz durch die Deckung.
  • Mate­ria­lien: Über­lappte oder wind­dicht ver­klebte Bahnen, geschuppte oder ver­falzte Platten.
  • Anfor­de­run­gen: Muss frei abflies­sen­des Wasser sicher ablei­ten können.

Unterdächer für erhöhte Beanspruchung

  • Anwen­dung bei Eis­bil­dung, Stau­nässe oder erhöh­ten Witterungsbedingungen.
  • Mate­ria­lien: Was­ser­dicht ver­klebte Fugen und wider­stands­fä­hige Abdichtungen.
  • Anfor­de­run­gen: Dicht bei Stau­nässe bis 50 mm.

Unterdächer für ausserordentliche Beanspruchung

  • Not­wen­dig bei extre­men kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen, z. B. Höhen­la­gen über 800 m und bei Photovoltaikanlagen.
  • Mate­ria­lien: Homo­gen ver­schweiss­bare Unterdachbahnen.
  • Anfor­de­run­gen: Was­ser­dicht auch bei Stau­nässe über 50 mm und hohem Wasserdruck.

Weitere wichtige Anforderungen an ein Unterdach

Planungsfaktoren

Ein Unter­dach wird indi­vi­du­ell auf die Anfor­de­run­gen des Gebäu­des ange­passt. Zu den wich­tigs­ten Ein­fluss­fak­to­ren gehören:

  • Dach­nei­gung und Deckung: Je fla­cher das Dach, desto höher die Anfor­de­run­gen an das Unterdach.
  • Kli­ma­ti­sche Bedin­gun­gen: Stand­ort, Jah­res­zeit und Wit­te­rung (z. B. Regen, Schnee, UV-Strahlung).
  • Bau­höhe (Bezugs­höhe): Bei über 800 m ü. M. ist ein Unter­dach für aus­ser­or­dent­li­che Bean­spru­chung erforderlich.
  • Ent­wäs­se­rung: Innen­lie­gende Rinnen oder spe­zi­elle Trau­f­aus­bil­dun­gen erfor­dern erhöhte oder aus­ser­or­dent­li­che Abdich­tun­gen. UV-Schutz der Folie ist im Trauf­be­reich zu beachten.

Anschlüsse und Durchdringungen

Anschlüsse und Durch­drin­gun­gen gehö­ren zu den sen­si­bels­ten Punk­ten in der Dach­kon­struk­tion. Hier einige Tipps:

  • Anschluss an Rinnen und Traufbleche:
  • Min­des­tens 60 – 100 mm Über­lap­pung und dichte Ver­kle­bung bei erhöh­ten Beanspruchungen.
  • Ver­schweis­sung bei aus­ser­or­dent­li­chen Beanspruchungen.
  • Durch­drin­gun­gen wie Abgas­an­la­gen oder Solarsysteme:
  • Für inte­grierte Solar­an­la­gen ist eine Tem­pe­ra­tur­be­stän­dig­keit des Unter­dachs bis min­des­tens 80 °C erforderlich.
  • Nagel­dich­tungs­bän­der für Absturz­si­che­run­gen und andere Befes­ti­gun­gen verwenden.
  • UV-Bestän­dig­keit: Bei sicht­ba­ren Trauf­be­rei­chen und Ein­lauf­ble­chen ist die Ver­wen­dung von UV-sta­bi­len Unter­dach­ma­te­ria­lien unerlässlich.

Checkliste für die Ausführung

1️⃣ Pla­nung: Wurde die Dach­nei­gung, Bau­höhe und Bean­spru­chung analysiert?
2️⃣ Mate­ri­al­wahl: Ent­spre­chen die Mate­ria­lien den spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen des Gebäudes?
3️⃣ Mon­tage: Wurden alle Stösse, Über­lap­pun­gen und Durch­drin­gun­gen kor­rekt ausgeführt?
4️⃣ Prü­fung: Sind die Anschlüsse an Trau­fen, Rinnen und Durch­drin­gun­gen was­ser­dicht und den Belas­tun­gen angepasst?


Zusammenfassung und Empfehlung

Ein kor­rekt geplan­tes und aus­ge­führ­tes Unter­dach bietet:

  • Schutz vor Feuchtigkeitsschäden.
  • Lang­le­big­keit der gesam­ten Dachkonstruktion.
  • Ein­hal­tung der Bau­vor­schrif­ten gemäss SIA-Normen.

Kon­takt

Manuel Ehrler
Manuel Ehrler
Bau­lei­ter Hochbau